Jahresmotto
»Die wichtigsten Gedanken sind diejenigen, die unseren Empfindungen widersprechen«
PAUL VALÉRY
PROGRAMM 2026
Do | 26. Februar | 17 Uhr | Wirtschaftsmuseum Ravensburg
Apéro Goethe
An erster Stelle steht die Präsentation unseres Jahresprogramms 2026, dann, ab 18 Uhr, laden wir Sie ins Kunstmuseum ein, zu einer Führung durch die aktuelle Ausstellung über Gabriele Münter.
Die | 24. März, 19 Uhr | Wirtschaftsmuseum RV | Vortrag
Der Dichter Friedrich Müller, genannt Maler Müller
Vortrag (mit Bildern) von Ulrike Leuschner
Am Kraftkerl Faust versuchen sich viele Dichter des Sturm und Drang. Dem doppelbegabten Friedrich Müller, genannt Maler Müller (1749-1825), gelingt als erstem die Veröffentlichung: 1776 erscheint in Mannheim die Situation aus Fausts Leben. Müllers Weg beginnt gut, seine Bilder und Dichtungen werden gerühmt. 1778 geht er nach Rom. Aus Leichtigkeit wird Mühsal. Als Cicerone, Antiquar und Journalist bestreitet er seinen Lebensunterhalt. Die Literaturwissenschaftlerin Ulrike Leuschner, deren Vortrag über Johann Heinrich Merck in guter Erinnerung ist, forscht seit Jahren über Maler Müllers Leben und Werk.
Di | 19. Mai | 19.00 Uhr | Wirtschaftsmuseum RV | Vortrag
Goethe. Der Geist, der stets verneint.
Vortrag (mit Bildern) von Thomas Steinfeld
Es gibt viele Goethe-Biografien, von Friedrich Gundolf bis Rüdiger Safranski. Thomas Steinfeld stellt Goethe weder auf ein Podest, noch muss er ihn stürzen. Seine Biografie sei, lobte DIE ZEIT, »eine durch und durch realistische Biografie, die niemanden etwas vormacht« und gerade deshalb fasziniere. Also! Von Hause aus Literaturwissenschaftler, war Thomas Steinfeld viele Jahre leitend im Feuilleton der FAZ und der SZ tätig. Seine Interessen übersteigen den Horizont der schönen Literatur; sein »Goethe« zeichnet nicht bloß ein Porträt eines Lebens, sondern das Bild einer ganzen Epoche.
Hinweis: Bereits um 18 Uhr Mitgliederversammlung der Goethe Gesellschaft Ravensburg e.V.
Sa | 20. Juni | 15 Uhr | Liebenhofen 25, Grünkraut | Lektüre
Goethe »Über Wahrheit und Wahrscheinlichkeit der Kunstwerke« (1798)
Eine kritische Lektüre, mit Franz Schwarzbauer
Das ›Gespräch‹ (so der Untertitel) hat Goethe 1798 publiziert, in der Zeitschrift Propyläen. Es ist ein altes Thema, dem er eine neue Wendung gibt. Es geht um die Mimesis-Lehre: ob die Kunst die Wirklichkeit nachahmt oder eine neue, eigene Wirklichkeit erschafft. Goethe entscheidet die Frage nicht mit seiner Autorität als Künstler, sondern imaginiert ein Gespräch zwischen einem Kunstsachverständigen und einem interessierten Betrachter.
Der Text wird den Teilnehmern zur Verfügung gestellt, seine Lektüre vorausgesetzt.
Sa | 18. Juli | ganztags | Rorschach | Exkursion
Sport & Freizeit in Werken der Sammlung Würth
Besuch der Ausstellung (mit Führung)
Die Ausstellung beschäftigt sich mit professionellen wie alltäglichen sportlichen Aktivitäten, die man rund um den Bodensee erleben kann, wie Schwimmen, Segeln oder Radfahren. Darüber hinaus folgt sie Künstlern zu Freizeitstätten wie Manege, Stierkampfarena oder Pferderennbahn und widmet sich dem Mysterium des Spiels als schöpferischer Erfahrung. Gezeigt werden Werke von Horst Antes über Fernando Botero und Lovis Corinth bis zu Jean Tinguely.
Do | 6. August | 15.00 bis 18.00 Uhr | Schreibwerkstatt | Wirtschaftsmuseum RV
Schreibwerkstatt, Fortsetzung. Zum Beispiel Buchkritik
Ein praktischer Versuch
Mit Margret Ziesel und Franz Schwarzbauer
Der Auftakt im vergangenen Jahr hat Mut gemacht, unsere Schreibwerkstatt fortzusetzen. Diesmal zum Thema Kritik. Wie subjektiv darf Kritik, wie objektiv kann sie sein? Was ist ein Argument, und für wen zählt es? In welcher Sprache überzeugt
Kritik, und wozu schreibt man sie? Viele Fragen, die in jeder Diskussion auftauchen; der Verweis auf praktische Beispiele erleichtert, vielleicht, die Antworten.
Do | 24. September | 19.00 Uhr | Wirtschaftsmuseum RV | Lesung
Ins Dunkel des Kinos
Lesung von Angela Steidele
Nachdem sie im Roman Aufklärung! von der Entstehung des Weihnachtsoratorium erzählt hat, entführt uns Angela Steidele nun ins Dunkel des Kinos, in die Zeit zwischen den Kriegen, in die Welt der Filmdiven Marlene Dietrich und Greta Garbo. Es geht um Filmpremieren und Drehs, um das System Hollywood und, ach, um Irrungen, Wirrungen. »In einer Autobiografie kann man nie die ganze Wahrheit sagen«, wird Erika Mann einmal zitiert. Und in einem Roman? Nur wenn Wahrheit und Dichtung so gemischt sind, dass die Unterscheidung nicht mehr gelingt. Voila!
So | 27. September | ganztags | Kloster Wiblingen | Exkursion
Kloster Wiblingen
Besuch (mit Führung)
Die spätbarocke Klosteranlage mit ihrem prunkvollen Bibliothekssaal, einem Meisterwerk des Rokoko, ist das Ziel unserer Exkursion im Herbst. Die Klosterkirche, das Museum im Konventbau sowie der Kapitelsaal, ein herrschaftlicher Audienzsaal, gehören zu dieser großen Klosteranlage.
Mi | 11. November | 15.00 - 18.00 Uhr | Wirtschaftsmuseum RV | Gedichte lesen.1
»Sonette an Orpheus« (1922) von Rainer Maria Rilke
Einführung und Lektüre von Franz Schwarzbauer
Die Sonette entstanden im Februar 1922, in Munot. »Die Bejahung unseres Daseins in einer übermächtigen, aber nicht menschenfeindlichen Natur ist die Grundhaltung des Zyklus«, schreibt Manfred Koch. Zugleich seien sie eine »Meditation des Todes«, sie sind der Tänzerin Wera Ouckama Knoop, die 1919 starb, als ein »Grab-Mal« gewidmet. Es ist das Motiv der Verwandlung, das in den Sonetten auf paradoxe Weise zwischen Sein und Zeit vermittelt.
Mi | 18. November | 15.00 - 18.00 Uhr | Wirschaftsmuseum RV | Gedichte lesen.2
»Duineser Elegien« (1922) von Rainer Maria Rilke
Einführung und Lektüre mit Franz Schwarzbauer
Die Duineser Elegien seien ein »unerschöpflicher Bild- und Erfahrungsspeicher«, hat die ZEIT-Redakteurin Iris Radisch notiert, »zum Heulen schön«. Ihren Namen haben sie vom Ort, an dem die ersten geschrieben wurden: auf Schloss Duino, im Januar 1912; abgeschlossen wurden sie im Februar 1922. Dazwischen liegt die lähmende Erfahrung des Ersten Weltkriegs, die, so will es scheinen, keinen Widerhall in den Elegien fand. Dabei ist die ›conditio humana‹ ihr erklärtes Thema.
Mi | 20. November | 15.00 - 18.00 Uhr | Wirtschaftsmuseum RV | Vorlesen!
E.T.A. Hoffmann oder »Ich denke mir mein Ich durch ein Vervielfältigungsglas«
Ausgewählt und modertiert von OIiver Schneider
Sein 250. Geburtstag ist ein guter Anlass, an E.T.A. Hoffmann zu erinnern. Er passt in kein Schema: stadtbekannter Zecher und großer Humorist, störrischer Bürger und unglücklicher Liebhaber, Kammergerichtsrat, Komponist, Zeichner, brillanter Freigeist und produktiver Autor. Es war zuerst das Ausland, es waren Charles Baudelaire und Edgar Allan Poe, die ihm die immergrünen Kränze des Ruhms geflochten haben. Eine schöne Gelegenheit, Ernst Theodor Amadeus Hoffmann wieder zu lesen!
Mi | 25. November | 15.00 - 18.00 Uhr | Wirtschaftsmuseum RV | Gedichte lesen.3
»The Waste Land« / »Das öde Land« (1922) von T.S. Eliot, übersetzt von Norbert Hummelt
Einführung und Lektüre mit Franz Schwarzbauer
Ihre Genese ist so legendär wie das Werk: T.S. Eliot gab sein Manuskript dem Freund und Kollegen Ezra Pound, der es stark kürzte und für die Publikation sorgte. »Seither ist in der Lyrik nichts mehr, wie es war«, behauptet der Schriftsteller Durs Grünbein. Und: »Ich kenne kein anderes Langgedicht, das in seinen Teilen so polyvant schillert.« Norbert Hummelt hat kürzlich eine neue Übersetzung vorgelegt: »April ist der übelste Monat von allen.« April is the cruellest month […].
- | Datum noch unbekannt | 19.00 Uhr | Wirtschaftsmuseum RV | Vortrag
»Wurzeln schlagen« – Rilkes lebenslange Russland-Liebe
Vortrag (mit Bildern) von Thomas Schmidt
»Rilke hat Russland auf Gold gemalt.« In dieser Metapher verdichtet Thomas Schmidt die Beziehung Rilkes zu Russland. Zweimal ist Rilke nach Russland gereist. Durch die erste Reise im Jahr 1899 tönten die Kremlglocken der Osternacht (»Mir war ein einziges Mal Ostern«); ein Jahr später gingen ihm vor der Wolgalandschaft die Augen auf. Auf beiden Reisen begleitete ihn die Freundin und Mentorin Lou Andreas-Salomé. Thomas Schmidt, der in Marbach die Arbeitsstelle für literarische Museen in BW leitet, hat 2017 die Ausstellung »Rilke und Russland« kuratiert, die auch in Zürich und Moskau gezeigt wurde.
Eintritt Vorträge, Lesungen:
Eintritt für Mitglieder der Goethe-Gesellschaft frei | Nichtmitglieder 7 €
Ganztags-Exkursionen:
›Mistel-Obulus‹ für Nichtmitglieder 10 €
Herausgegeben
von der Goethe-Gesellschaft Ravensburg e. V.
Homepage www.goethegesellschaft-ravensburg.de
info@goethegesellschaft-ravensburg.de
Postadresse:
c/o Dr. Franz Schwarzbauer I Gebhard-Fugel-Weg 31 I 88214 Ravensburg